Leitender Wissenschaftler

Prof. Dr. Nikolaus Weiskopf
Prof. Dr. Nikolaus Weiskopf
Geschäftsführender Direktor
Telefon: +49 341 9940-133

Abteilung Neurophysik

Nogo-A-Antikörper verbessern die Plastizität, die Regeneration und die funktionelle Gesundung nach einer akuten Rückenmarksverletzung – eine europäische multizentrische klinische Machbarkeitsstudie (NISCI)

Eine Verletzung des Rückenmarks hat meist schwerwiegende und verheerende Auswirkungen. Patienten sind dabei von dauerhaften Lähmungen der Beine, Arme und anderer Körperteile betroffen, die das selbständige Leben beeinträchtigen. Bis heute gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, um unterbrochene Nervenfasern zu regenerieren und verletztes Rückenmark zu reparieren. Die Auswirkungen akuter Rückenmarks­ver­letzungen könnten möglicherweise aber durch die intrathekale Gabe eines Antikörpers gelindert oder gar umgekehrt werden (siehe Abbildung).

Das EU Horizon 2020 Gemeinschaftsprojekt NISCI ist eine multizentrische klinische Machbarkeitsstudie mit dem Ziel der Reparatur des verletzten Rückenmarks. Vorausgegangene Tierstudien haben entsprechendes Potential gezeigt. Eine Klinische Studie (Phase 1) hat die Verträglichkeit des Anti­körpers bewiesen.

<p>Wirkschema des Nogo-A-Antikörpers. Oben: Läsion des Rückenmarks. Mitte: Nogo-A verhindert Nervenwachstum. Unten: Nervenwachstum durch Wirkung des Antikörpers</p> Bild vergrößern

Wirkschema des Nogo-A-Antikörpers. Oben: Läsion des Rückenmarks. Mitte: Nogo-A verhindert Nervenwachstum. Unten: Nervenwachstum durch Wirkung des Antikörpers

Das Teilprojekt „Biomarker – Bildgebung“ ist eine internationale Kooperation zwischen Professor Nikolaus Weiskopf (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig) und Dr. Patrick Freund (Universität Zürich), die ihre einzigartige Expertise auf dem Gebiet der Magnet­reso­nanzverfahren und der klinischen Neuro­wissenschaften vereint. Wir werden die aktuellsten quan­titativen MRT-Methoden zur Charakterisierung der Mikrostruktur im Gehirn und im Rückenmark entwickeln und nutzen. Diese Verfahren sollen als sensible Biomarker sowohl für die Wirkung der Behandlung, mögliche Nebenwirkungen der Antikörpertherapie als auch für die Vorhersage klinischer Ergebnisse dienen. Diese MRT-Techniken werden in den verschiedenen klinischen Partnerinstitutionen unter Sicherstellung höchster Qualität zum Einsatz gebracht.

 
Zur Redakteursansicht
loading content