Leitende Wissenschaftlerin

Dr. Veronika Engert
Dr. Veronika Engert
Forschungsgruppenleiterin
Telefon: +49 341 9940-2684

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ReSource Projekt

Das ReSource Projekt ist eine weltweit einzigartige, groß angelegte Studie zum mentalen Training mithilfe westlicher und fernöstlicher Methoden der Geistesschulung. Über einen Zeitraum von elf Monaten wurden interessierte Laien an ein breites Spektrum von mentalen Übungen herangeführt, mit deren Hilfe Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Körper- und Selbstgewahrsein, eine gesunde Emotionsregulation, Selbstfürsorge, Empathie und Mitgefühl sowie Perspektivübernahme trainiert werden. Insgesamt zielte das Training darauf ab, mentale Gesundheit und soziale Kompetenzen zu verbessern, um z.B. Stress zu reduzieren, mehr geistige Klarheit zu erlangen, die Lebenszufriedenheit zu steigern sowie andere Menschen besser verstehen zu lernen. [mehr]
Ein weiterer wichtiger Fokus der Abteilung Soziale Neurowissenschaft befasst sich mit der Plastizität des sozialen Gehirns und untersucht die Trainierbarkeit von sozio-affektiven Funktionen.

Plastizität des sozialen Gehirns

Ein weiterer wichtiger Fokus der Abteilung Soziale Neurowissenschaft befasst sich mit der Plastizität des sozialen Gehirns und untersucht die Trainierbarkeit von sozio-affektiven Funktionen.

Abteilung Soziale Neurowissenschaft

Social Stress Lab

Stress ist in unserer modernen westlichen Gesellschaft zu einer Volkskrankeit geworden. Paradoxerweise ist dies der Fall, obwohl klassische Stressoren wie die Bedrohung unserer körperlichen Unversehrtheit (durch körperliche Entbehrungen oder angriffslutige Fressfeinde) eher selten geworden sind. Heute ist es unsere Neigung, aus rein psychosozialen Ursachen (z.B. übertriebenem Leistungsdruck, Konkurrenzdenken oder der Angst vor mangelnder Anerkennung) Stress zu empfinden, die unser Stress-System chronisch aktivieren und uns in Folge dessen anfällig für stress-assoziierte Erkrankungen machen kann.

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Die Untersuchung von Stress-Reaktivität im sozialen Kontext, und umgekehrt, wie soziale Faktoren genutzt werden können, um unsere Stress-Reaktivität zu reduzieren, ist ein wichtiger Fokus der Abteilung für Soziale Neurowissenschaft. Das Social Stress Lab wir von Dr. Veronika Engert geleitet.

Wir interessieren uns besonders für drei Themengebiete: Wie frühe Lebenserfahrungen über die gesamte Lebensspanne hinweg unser Stress System beeinflussen (Entwicklung), wie akute Stress-Reaktivität unsere Kognitionen, Emotionen und unser Verhalten beeinflusst (Wirkung) und wie wir uns vor den toxischen Effekten von Stress schützen können (Resistenz).

In neuen Studien konnten wir zeigen, das eine physiologische Stress Antwort nicht nur von denjenigen gezeigt wird, die einen Stressor direkt erfahren, sondern dass Stress ansteckend sein kann: alleine die Beobachtung eines gestressten Individuums genügt, um die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol zu provozieren. Am stärksten ansteckend wirkt dabei der Stress von uns nahestehenden Personen. Wir können allerdings auch die Stressantwort eines Fremden, sogar wenn lediglich am Videobildschirm beobachtet, aufschnappen. Momentan untersuchen wir, wie das mentale Training von Aumerksamkeitsprozessen, sowie von sozio-affektiven und sozio-kognitiven Fähigkeiten im Kontext einer 9-monatigen Langzeit-Trainingsstudie, dem ReSource Project, unsere psychosoziale Stress-Reaktivität reduzieren kann.

Zur Beantwortung unserer Fragen nutzen wir eine breite Auswahl an Maßen (z.B. hormonelle, autonome, immunologische und subjektiv-psychologische Stress-Marker) und Methoden (z.B. Magnetresonanztomographie, Thermographie), sowohl im Labor als auch im Feld. Auf diese Weise können wir das Stress-System auf verschiedenen Ebenen und unter verschiedenen Bedingungen erforschen.

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Ausgewählte Publikationen:

Engert, V., Koester, A.M., Riepenhausen, Singer, T. Boosting recovery rather than buffering reactivity: Higher stress-induced oxytocin secretion is associated with increased cortisol reactivity and faster vagal recovery after acute psychosocial stress. Psychoneuroendocrinology, 74, 11-120.

Engert, V., Steinbeis, N., Linz, R., Singer, T. (2015). The effects of stress and affiliation on social decision-making: Investigating the tend-and-befriend pattern in men. Psychoneuroendocrinology, 62, 138-148.

Engert, V., Smallwood, J., Singer, T. (2014). Mind your thoughts: Associations between self-generated thoughts and stress-induced and baseline levels of cortisol and alpha-amylase. Biological Psychology,103, 283-91.

Engert, V., Merla, A., Grant, J.A., Cardone, D., Tusche, A., Singer, T. (2014). Exploring the use of thermal infrared imaging in human stress research. PLoS One, 9:e90782.

Engert, V., Plessow, F., Miller, R., Kirschbaum, C., Singer, T. (2014). Cortisol increase in empathic stress is modulated by emotional closeness and observation modality. Psychoneuroendocrinology,45, 192-201.

 
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