Abteilung Soziale Neurowissenschaft

Grundlagen des menschlichen Sozialverhaltens & Neuroökonomie

Ein wichtiger Teil unseres Forschungsvorhabens ist, die unterschiedlichen Routen, die der sozialen Kognition und sozialen Emotionen zugrunde liegen, zu identifizieren. Wir arbeiten an einem Model welches die verschiedenen Aspekte der sozialen Kognition eint.

Bisherige Forschungsergebnisse haben drei unterschiedliche Netzwerke der sozialen Kognition charakterisiert, das Spiegel-Neuron-System, das Theory-of-Mind-Netzwerk und das Netzwerk für die Empathiefähigkeit. Einerseits liegen diesen verschiedenen Routen sozialer Kognition unterschiedliche Netzwerke zu Grunde, andererseits scheint es aber auch gemeinsame Mechanismen im Gehirn in Bezug auf die Erfahrung von Intersubjektivität zu geben.

In den letzten Jahren haben wir das Modell dieser “gemeinsamen Netzwerke” der sozialen Kognition erweitert, um auch zu erklären, wie einfache Projektionsmechanismen manchmal zu nicht-anpassbarem empathischen Stress führen, wenn wir mit dem Leid von anderen konfrontiert werden. Weiterhin kann es auch zu einem emotionalen Egozentrizitätsbias kommen, wenn die Unterscheidung von Selbst und anderen scheitert, insbesondere wenn die eigenen emotionalen Zustände von denen der anderen abweichen. Kürzlich haben wir neue Paradigmen entwickelt, um die Interaktion zwischen den verschiedenen Routen der sozialen Kognition zu untersuchen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen emotionaler Ansteckung, Empathie und Mitgefühl besser verstehen zu lernen.

Außerdem hat diese Abteilung wieder begonnen, sich auf den Bereich der Neuroökonomie zu konzentrieren. Die Hauptfrage hierbei ist, wie soziale Kognition und Motivationen die menschliche Interaktion und die Entscheidungsfindung in der Wirtschaft beeinflussen. Dieser neue Forschungsbereich, gefördert durch das Institute for New Economic Thinking (INET), ist eine Kollaboration mit Professor Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Wir untersuchen wie psychologische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse über menschliche Motivation, Emotionen, und soziale Kognition die ökonomischen Modelle zur Entscheidungsfindung beeinflussen können, damit letztendlich Probleme der globalen Wirtschaft besser angegangen werden können.

Wir bemühen uns eine neue Generation von Wirtschaftsmodellen zu schaffen, welche es gestatten, kooperative, prosoziale und nachhaltige ökonomische Verhaltensweisen und so eine neue Vision von „Mitgefühl in der Wirtschaft“ zu bewirken.

Ausgewählte Publikationen:

 
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