Lars Meyer erhält ERC Consolidator Grant der EU
Der Europäische Forschungsrat (ERC), der die Spitzenforschung in Europa fördert, hat Lars Meyer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig mit dem renommierten Consolidator Grant ausgezeichnet. Für sein Vorhaben „Language in Balance: an Imprint of Brain Electrophysiology? (BALANG)“ erhält er eine Förderung von bis zu zwei Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren.
In Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs ist es wichtig, dass wir miteinander reden. Meistens fällt es uns leicht, Sprache zu verstehen und einander zu folgen. Aber warum fällt es uns manchmal schwer? Warum hören wir manchen Menschen gerne zu, aber anderen nicht? Das ERC-Projekt unter Leitung von Lars Meyer geht diesen Fragen nach – mit Bildgebungstechniken, computergestützen Analysen von Prosatexten und politischen Reden sowie Experimenten zum ästhetischen Empfinden. Der Wissenschaftler vermutet, dass unsere Vorliebe für bestimmte Inhalte und bestimmte Arten, zu reden, in unserem Gehirn verankert ist: "Unser Gehirn möchte wahrscheinlich immer nur eine bestimmte Menge an Information erhalten – und die Information soll auf eine bestimmte Art und Weise gesprochen sein. Dann gefällt es uns – und wir hören gerne weiter zu." Die geplanten Studien sollen erklären, warum eine bestimmte Informationsmenge und eine bestimmte Art zu reden unserem Gehirn am besten gefällt – und warum wir uns doch oft in unseren Vorlieben unterscheiden. Lars Meyer überwindet mit seinem Projekt die Grenzen zwischen Neurowissenschaft, Sprachwissenschaft und empirischer Ästhetik.












