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Dr. Christina Schröder
Dr. Christina Schröder
Forschungskoordinatorin
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Geschichte und Profil

Geschichte und Profil

Das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in der Leipziger Stephanstraße wurde am 1. Januar 2004 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Max-Planck-Institute für neuropsychologische Forschung (Leipzig) und psychologische Forschung (München) gegründet. Mit der Zusammenlegung beider Institute hat die Max-Planck-Gesellschaft der Entwicklung der letzten zehn bis fünfzehn Jahre Rechnung getragen, dass psychologische und neurowissenschaftliche Forschung überall in der Welt immer enger zusammenrücken.

Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung

Das Leipziger Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung wurde 1994 gegründet und seitdem von den beiden Gründungsdirektoren Prof. Angela Friederici und Prof. Yves von Cramon geleitet. Es war bis zur Fertigstellung des Institutsneubaus provisorisch im Reclamhaus in der Inselstraße untergebracht. Das Hauptaugenmerk der Forschung in diesem Zweig gilt den neuronalen Grundlagen von höheren Hirnfunktionen, insbesondere dem Zusammenhang zwischen Hirnprozessen und Erleben, Verhalten und Handeln. Die hier verwendeten Methoden öffnen Fenster zum Gehirn, wobei die Bestimmung der Gehirnaktivitäten sowohl bei der Kommunikation in Sprache und Musik als auch bei der Handlungsplanung und -ausführung im Vordergrund stehen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeit dieses Instituts – und einmalig in Deutschland – ist die Zusammenarbeit mit der universitären "Tagesklinik für kognitive Neurologie", geleitet von Prof. Dr. Arno Villringer.

Max-Planck-Institut für psychologische Forschung

Der andere Zweig des heutigen Instituts, das ehemalige Max-Planck-Institut für psychologische Forschung, wurde 1981 in der Amalienstraße in München eröffnet. Das ehemalige Institutsgebäude beherbergt heute das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht sowie Teile der Max Planck Digital Library. Gründungsdirektor Prof. Franz Emanuel Weinert leitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 die Abteilung für Entwicklungspsychologie, die sich durch umfangreiche Längsschnittstudien zur Entwicklung kognitiver Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter international einen Namen gemacht hat. Daneben arbeitet seit 1990 eine kognitionspsychologische Abteilung, die von Prof. Wolfgang Prinz geleitet wird. Im Zentrum der Forschung stehen hier die kognitiven Grundlagen der Wahrnehmung und Steuerung von Handlungen.

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Die Zusammenlegung beider Institute wurde am 5. Juni 2003 vom Senat, dem höchsten Entscheidungsgremium der Max-Planck-Gesellschaft, in erster Lesung bei seiner Sitzung anlässlich der Jahresversammlung der Forschungsorganisation in Hamburg beschlossen. Nach zweijähriger Interimsphase, in der sowohl die Weichen für die künftige Arbeit des neuen Max-Planck-Instituts gestellt als auch an beiden Instituten erfolgreich weitergeforscht wurde(n), zog das Münchener MPI 2005/2006 nach Leipzig. Für die bislang überwiegend verhaltensbasierte Arbeit des Münchener Instituts haben sich durch die Tätigkeit in einem neurowissenschaftlich orientierten Umfeld neue Forschungsperspektiven ergeben; die eher neurowissenschaftlich orientierten Leipziger Arbeitsgruppen profitieren ihrerseits von einem breit angelegten verhaltenswissenschaftlich orientierten Umfeld und den dort entwickelten experimentellen Paradigmen.

Das Institut besteht aktuell aus vier Abteilungen und vier selbständigen Forschungsgruppen. Jeder Arbeitsbereich wird von einem Direktor geleitet, der in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit autonom ist und dem Institut unbefristet angehört. Die selbständigen Nachwuchsgruppen hingegen bleiben für eine Dauer von fünf Jahren bestehen. Damit bietet die Max-Planck-Gesellschaft jungen Wissenschaftlern die Chance, in einer frühen Phase ihrer beruflichen Laufbahn die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere zu legen.

In den Abteilungen und Nachwuchsgruppen arbeiten Forscher aus den verschiedensten Disziplinen: Physiker, Philosophen, Biologen, Linguisten, Psychologen, Mathematiker, Informatiker und Mediziner. Dabei ist diese Interdisziplinarität hier mehr als bloßes Lippenbekenntnis. Denn tatsächlich können die experimentell arbeitenden Forscher nur neue Erkenntnisse aus den Daten der bildgebenden Verfahren gewinnen, wenn diese korrekt gelesen und interpretiert werden. Die Analyse der Bildsignale mit komplizierten Rechenmodellen ist deshalb ein fundamentaler Zweig der täglichen Routine. Wer als Wissenschaftler an das MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften kommt, arbeitet nicht nur in einem Team renommierter Wissenschaftler, sondern profitiert auch von der ausgezeichneten Ausstattung mit High-Tech-Geräten und exzellenter methodischer Expertise. Im Sommer 2007 wurde – zusätzlich zu den existierenden 3-Tesla-Magnetresonanztomographen – ein neuer 7-Tesla-Scanner in Betrieb genommen. Eine Bibliothek mit 325 aktuellen Fachzeitschriften und insgesamt über 16,000 Medieneinheiten bietet den nötigen theoretischen Hintergrund.

Baustelle Stephanstraße
Baustelle Stephanstraße

2005 wurde mit den Bauarbeiten des Erweiterungsbaus auf dem unmittelbar angrenzenden Grundstück begonnen. Seit der Einweihung des neuen Gebäudes im Herbst 2008 finden die etwa 350 Mitarbeiter des Instituts ein rundum optimales Umfeld für Ihre Forschungen vor. Ein Bauabschnitt des Erweiterungsbaus konnte dabei bereits früher in Betrieb genommen werden und beherbergt seit Sommer 2007 den neuen 7-Tesla-Scanner des Instituts.

 
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