Pressemeldungen

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Wie entwickelt sich das Gehirn eines Menschen, der noch nie gesehen hat? Mithilfe modernster bildgebender Verfahren untersuchte ein polnisch-deutsches Forscher*innen-Team vom Institut für Psychologie der Jagiellonen-Universität in Krakau und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, wie sich die fehlende visuelle Erfahrung auf die Entwicklung des Gehirns auswirkt. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im Journal Science Advances veröffentlicht.

Bei der Jahresversammlung der MPG am 18. Juni 2026 wurde die Otto-Hahn-Medaille vergeben -
für herausragende wissenschaftliche Leistungen, die im Zusammenhang mit der Doktorarbeit erbracht wurden. In diesem Jahr erhielten Meike Hettwer aus der Forschungsgruppe Kognitive Neurogenetik und Joëlle Schroën aus der Abteilung Neuropsychologie vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) zwei der begehrten Auszeichnungen. Hier beantworten sie im Kurzinterview drei Fragen zu ihrer Forschung.
 

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ein Kind stolz verkündet: „Guck mal, zwei Hünde!“ oder „Das sind aber viele Stuhle!“? Was für uns Erwachsene amüsant klingt, zeigt deutlich, wie schwierig die Bildung des Plurals noch für ein dreijähriges Kind ist. Das Kind hat nämlich bereits verstanden, dass es eine Regel gibt (zum Beispiel wird aus „Hund“ durch das Anhängen eines „e“ die Mehrzahl „Hunde“, verwendet aber noch zusätzlich einen Umlaut ähnlich wie bei dem Plural „Hände“) und man nicht einfach nur ein neues Wort lernt. Denn „Hünde“ wird das Kind bisher bestimmt noch nicht gehört haben, es wendet die Pluralregel nur noch nicht ganz richtig an. Cheslie C. Klein, Philipp Berger, Charlotte Grosse Wiesmann und Angela D. Friederici vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) haben nun in einer Studie untersucht, wie eng die Reifung der Nervenbahnen im Gehirn mit der Fähigkeit der Kinder zusammenhängt, den Plural von Wörtern zu bilden.
 

Depressive Stimmung, schnell wütend werden, Schlafprobleme, Angstzustände, neben sich stehen und den Alltag kaum mehr bewältigen können – all das kennen Frauen mit prämenstrueller dysphorischen Störung (PMDS), einer Krankheit mit hohem Leidensdruck für die Betroffenen.

Christian Doeller, Direktor der Abteilung Psychologie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, ist neuer Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland. Er wurde als einer von zehn Wissenschaftler*innen am 11. Dezember 2025 vom zuständigen Ausschuss der DFG aus 144 Vorschlägen ausgewählt. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro. Diese Gelder können sie bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. Die Leibniz-Preise werden feierlich am 18. März 2026 in Berlin vergeben.
 

Eine neue Studie der Universität von Colorado Boulder (CU Boulder) und des MPI CBS zeigt, dass allein die Vorstellung einer positiven Begegnung mit jemandem dazu führen kann, dass man diese Person mehr mag. Dieses wird durch die Aktivierung von Gehirnregionen ermöglicht, die für das Lernen und die Präferenzbildung zuständig sind. Die Ergebnisse könnten Auswirkungen haben auf Felder wie etwa die Psychotherapie oder den Leistungssport.
 

Der Europäische Forschungsrat (ERC), der die Spitzenforschung in Europa fördert, hat Lars Meyer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig mit dem renommierten Consolidator Grant ausgezeichnet. Für sein Vorhaben „Language in Balance: an Imprint of Brain Electrophysiology? (BALANG)“ erhält er eine Förderung von bis zu zwei Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren.
 

Neue Forschung bildet ein Scharnier zwischen menschlicher und maschineller Repräsentation
 

Viele Hirnsignale folgen einem Rhythmus. Doch in dem diesen Rhythmen unterlagerten, vermeintlichen „Rauschen“ entdeckte ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (Moritz Gerster, Arno Villringer und Vadim Nikulin) eine bislang kaum beachtete Signatur, die den Schweregrad der Parkinson-Symptome widerspiegelt. Die umfassende Datenanalyse mit 119 Patienten, erschienen in eBioMedicine, ist die bislang größte dieser Art.

Stellen Sie sich vor, Sie unterhalten sich auf einer Party und versuchen, Ihrer Freundin zuzuhören, die Ihnen von ihrem Tag erzählt, während andere Leute gleichzeitig reden, lachen und feiern – schwierig, nicht wahr? Die Herausforderung, einem Sprecher zuzuhören, wenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen, wird als Cocktailparty-Problem bezeichnet. Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Universität Leipzig haben in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen des Max-Planck-Instituts für Empirische Ästhetik und der Universität Lübeck untersucht, was im Gehirn passiert, wenn wir versuchen, uns auf einen Sprecher zu konzentrieren und einen anderen zu ignorieren. In der neuen Studie, die jetzt im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde, zeigen sie, dass die Verarbeitung sowohl der Stimme, der wir Aufmerksamkeit schenken, als auch der Stimme, die wir ignorieren, eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie gut wir Sprache verstehen.
 

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