Zwischen Mitgefühl, Musik und MRT

Hirnforschung als Besuchermagnet während der Langen Nacht der Wissenschaften

28. Juni 2016

Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) bekamen die Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften auch dieses Jahr wieder jede Menge Futter für und über Hirn und Geist. Mehr als 500 Interessierte warfen einen genaueren Blick ins Gehirn und seine Fähigkeiten.

Früchte dienen manchmal in der Magnetresonanztomographie (MRT) als hilfreiches Mittel, um MRT-Aufnahmen für wissenschaftliche Studien technisch zu optimieren, ohne dass für jede Feinjustierung ein Proband beansprucht werden muss.


Mitgefühl lässt sich trainieren. So unglaublich das für den Laien klingen mag, so interessiert lauschten die Besucher den Worten von Veronika Engert, die am MPI CBS das menschliche Sozialverhalten erforscht. Eine wesentliche Rolle, so erfuhren die Zuhörer, spielt dabei mentales Training wie es buddhistische Mönche seit jeher praktizieren. Vor einigen Jahren erkannten Wissenschaftler am MPI CBS, dass bei diesen Geistlichen die Bereiche im Gehirn vergrößert sind, die Mitgefühl verarbeiten. Das veranlasste die Forscher dazu, in einem großangelegten Projekt herauszufinden, ob sich diese Fertigkeiten auch auf die breite Bevölkerung übertragen lassen. Erste Forschungsergebnisse deuten bereits daraufhin.


Nicht nur das ließ die Besucher am MPI CBS staunen. Auch der wundersame Blick in die verborgenen Strukturen einer Orange, Tomate oder Birne zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Was nach banalen Früchten vom Obststand um die Ecke klingt, dient in den Neurowissenschaften ausnahmsweise auch mal als wichtiges Untersuchungsobjekt. Denn Obst und Gemüse enthalten ebenso wie das Gehirn vor allem eines: jede Menge Wasser. Damit dienen sie in der Magnetresonanztomographie (MRT) als hilfreiches Mittel, um MRT-Aufnahmen für wissenschaftliche Studien technisch zu optimieren, ohne dass für jede Feinjustierung ein Proband beansprucht werden muss.

Ist die MRT dann einmal optimal angepasst, ist sie die perfekte Methode um von außen, ganz ohne äußere Eingriffe und ohne Strahlenbelastung, einen Blick ins Gehirn zu werfen. Dadurch können wir ihm beispielsweise dabei zusehen, wie es Sprache und ihren Tonfall verarbeitet. Wie das genau funktioniert und welchen Einfluss dabei kleine aber feine Unterschiede machen, auch das konnten die Besucher während der Wissenschaftsnacht erfahren. Ganz nach dem Motto „Der Ton macht die Musik“ erlebten sie einer Mitmachaktion hautnah, wieviel unser Tonfall über unsere (wahren) Absichten verrät.

„Es war toll zu erleben, mit welcher Begeisterung die Besucher mehr über unsere Forschung erfahren wollten", freut sich Christina Schröder, Forschungskoordinatorin am MPI CBS. "Und das trotz sommerlich-heißer Temperaturen.“

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